Santa Cruz

Santa Cruz

die Hauptstadt La Palmas

Von vielen und mit Recht wird Santa Cruz de La Palma als die „spanischste“ Stadt des Kanarischen Archipels bezeichnet. Mit ihren sorgfältig restaurierten, mit schönen Holzbalkonen geschmückten Stadthäusern, ihren bedeutenden Sakralbauten und Klosterkirchen, bietet die Inselhauptstadt vielerorts noch ein getreues Abbild der kolonialen Epoche. Vor allem an der Plaza España, im historischen autofreien Stadtkern, verkörpern die angrenzenden Häuserzeilen noch heute den Stolz und Reichtum der einstigen Weltmacht Spanien. In den engen, kopfsteingeplasterten Sträßchen und sich den Hang hoch windenden schmalen Gassen scheint die Zeit entrückt.

Moderne Zeiten haben hier jedoch auch ein geschäftiges und administratives Zentrum der kleinen Insel geschaffen. Durch die räumlich begrenzte Lage sind der Ausdehnung der Stadt enge Grenzen gesetzt. Entsprechend ausufernd sind die Bemühungen der Stadtplaner bei der Schaffung neuen Wohn- und Geschäftsraums verlaufen. Die Verkehrsverhältnisse legen ein entsprechend katastrophales Zeugnis davon ab. Das Problem ist allerdings nicht neu. Schon um 1590 schrieb Torriani, ein Chronist der Conquista – der spanischen Eroberer – in seinem Lagebericht über die damals größte Siedlung La Palmas:

Die Meeresbucht bildet hier einen vor den Nordwinden geschützten Hafen. Die Stadt liegt an der Ebene am Meer entlang. Sie hat 800 Feuerstellen und ist 700 Schritte lang, und man kann fast sagen, dass sie nur eine einzige Straße hat, weil alle anderen nur kurz und steil sind.

Der Platz ist heute nicht größer als anno dazumal, nur die Bauweise hat sich verändert.

Von der Strandpromenade aus betrachtet, scheinen die Häuser nicht neben- sondern übereinander zu stehen. Als im Mai 1493 Alonso de Lugo mit seinen Söldnern die Insel in ihre Gewalt gebracht hatte, erkannte man die Vorteile des Ortes durch seinen geschützten Hafen und begann damit, Santa Cruz als Hauptstadt auszubauen. Im gerade beginnenden Zeitalter der Seeschifffahrt und der Ausbeutung der Mittel- und Südamerikanischen Kolonien, sollte sich die Stadt rasch zum größten Seehafen und damit zur wichtigsten Handelsmetropole des kanarischen Archipels entwickeln. Bereits wenige Jahre nach der Gründung erhielt sie die Stadtrechte und das weitaus wichtigere Privileg, Überseehandel betreiben zu dürfen. Alle vom kanarischen Archipel auslaufenden Schiffe mussten sich in Santa Cruz registrieren lassen. Hieraus resultierte beachtlicher Wohlstand, von dem Bürgerhäuser, Rathaus und die Kirche El Salvador noch heute Zeugnis ablegen.

Sehenswürdigkeiten

Die ganze Altstadt kann als kunsthistorisches Monument betrachtet werden, besonders hervor gehoben sei die Plaza España mit der Erlöserkirche, dem Rathaus und den bedeutenden Kaufherren- und Patrizierhäusern.

Palazio Salazar – Natursteinbau aus dem 17. Jahrhundert, heute Kunstforum und Touristeninformation.

Iglesia Santo Domingo – Dreischiffige Kirche und Kloster, 1530-60 erbaut, enthält die für kanarische Sakralbauten typisch hölzerne Deckenkonstruktion. Mit Heiligenbildern aus der Schule des Holländers Pieter Pourbus.

Barco de la Virgen – Am nördlichen Ende der Plaza Alameda steht ein originalgetreuer Nachbau der Santa Maria, auf der Kolumbus nach Amerika segelte. In ihr ist das Schifffahrtsmuseum Museo Naval untergebracht.

Museo Insular – Inselmuseum im Franziskanerkloster an der Plaza San Franzisco. Naturhistorische und Prähistorische Funde La Palmas, Sammlung an Mineralien, Versteinerungen, Lavagestein, Korallen und Schwämmen sowie präparierte Tiere wie Vögel, Fische, Krustentiere und Riesenschildkröten.

Interessierte finden in den verschiedenen Inselführern weitergehende Informationen.

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