Der Süden
Fuencaliente
Die südlichste der 14 Gemeinden der Insel liegt auf einer Höhe von 750 m ü. NN und zählt auf einer Fläche von 57 km² knapp 2.000 Einwohner. Die Einzigartigkeit der Landschaft ist vor allem durch die Vielzahl der Vulkankegel geprägt, Ergebnisse der letzten Ausbrüche: Die Vulkane San Martin (1646), San Antonio (1677), El Charco (1712) und der jüngste Vulkan Teneguia (26. Oktober 1971) haben das Land mit immer neuen Lavaströmen von imposanter Schönheit überzogen und außergewöhnliche Formen und Strukturen hinterlassen. Die Eroberung dieser kargen Lava- und Gesteinsfelder durch eine vor allem im Frühsommer faszinierend farbenprächtigen Vegetation aus Flechten, Farnen und Blütenpflanzen begeistert jeden Naturfreund.
Erhebliche Teile des Vulkanbodens werden für den Weinanbau genutzt. An den Südhängen unterhalb von Fuencaliente liegt das bedeutendste Weinanbaugebiet der Insel. Dort wächst der seit Jahrhunderten berühmte Malvasier. Auch der von hier stammende, nach dem Vulkan Teneguia benannte Wein genießt inselweit hohes Ansehen. Am Küstensaum unterhalb des Ortes Las Indias, beiderseits der Straße nach Süden zum alten Leuchtturm (El Faro) und der Saline, breiten sich ausgedehnte Bananenplantagen aus. Neben dem alten Leuchtturm an der Südspitze ist 2005 ein neuer gebaut worden, der den Anforderungen der heutigen Zeit entspricht. In der Saline von Fuencaliente, seit 1967 in Betrieb, wird auch heute noch Salz gewonnen. Sie ist die letzte auf dem kanarischen Archipel betriebene Anlage. Aber auch sie kämpft ums Überleben. Ohne Zuschüsse der Inselregierung und der UNESCO hätte auch diese so malerische Saline keine Überlebenschance.
Der Ort Fuencaliente in seiner ausgesprochen exponierten Lage grenzt im Norden an den immergrünen Kiefernwald der Cumbre Vieja und blickt nach Süden auf die bizarre Lavalandschaft des Volcan San Antonio. Stattliche und schön restaurierte Häuser prägen das Ortsbild. Unterhalb des talwärts weit gestreuten Ortes Las Indias wurde nach langen juristischen Streit und zeitweiligem Baustopp ein Hotelkomplex der Princess-Gruppe fertiggestellt, der die touristische Entwicklung der Gemeinde fördern soll.
Die Orte Las Indias, Las Caletas und Los Quemados kleben förmlich an den abrupt abfallenden Flanken der Cumbre unterhalb von Fuencaliente. Vor allem Las Indias und Los Quemados an der Südwestseite sind sonnenverwöhnte, von Weinbergen umgebene Orte, mit dem Flair ländlicher Abgeschiedenheit.
Sehenswürdigkeiten
Volcan San Antonio – Imposanter, ebenmäßiger und kahler Vulkankegel des San Antonio (657 m) genau unterhalb von Fuencaliente. Der letzte Ausbruch 1677 soll die heiße Quelle (fuente caliente = heiße Quelle) des Ortes, der heilende Kräfte nachgesagt wurden, verschüttet haben. Das Alter des San Antonio (Wahrzeichen des Südens) wird auf 3.000 Jahre geschätzt. Ein kleines aber feines Besucherzentrum mit Ausstellungsräumen informiert über geologische Details. Schönster Krater des Archipels.
Volcan Teneguia – Der 438 m hohe und jüngste Vulkan der Kanarischen Inseln entstand 1971 während eines drei Wochen dauernden Ausbruchs. Aus mehreren Kratern austretende Lavaströme vereinten sich, erkalteten im Meerwasser, und vergrößerten damit die Insel ein wenig.
Leuchtturm und Salinen – Direkt an der Südspitze der Insel stehen der alte und neue Leuchtturm – Die sich anschliessenden Salzanlagen können jedoch nicht besichtigt werden –