Der Nordosten


Puntallana

ist der erste größere Ort nördlich der Hauptstadt und Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Gemeinde. Das etwa 400 m hoch gelegene Dorf ist von sanften Hügeln und Wiesen umgeben. Hier wurde früher das zur Gofio-Herstellung notwendige Getreide angebaut.

Fruchtbare Böden, durch die beständigen Passatwinde hinreichend bewässert, ermöglichten eine vielfältige landwirtschaftliche Nutzung, vor allem eben den Getreideanbau. Perioden starker klimatischer Schwankungen führten zu schlechten Ernten und damit zu Versorgungsengpässen, die ab 1950 zu einer erheblichen Reduzierung der Bevölkerung durch Auswanderung nach Kuba und Venezuela führte. Die Nähe zur Hauptstadt hat auch hier die landwirtschaftliche Produktion intensiviert. So werden die Märkte mit Obst, Gemüse, Wein und natürlich Banane beliefert. Auch ein bescheidenes touristisches Angebot ist mittlerweile zu einer wirtschaftliche Alternative geworden.

Sehenswürdigkeiten

Kirche von San Juan Bautista – Pfarrkirche seit 1515 mit künstlerisch wertvollen Altaraufsätzen und Bildern sowie einer geschnitzten Figur flämischen Ursprungs aus dem 16. Jahrhundert, eben jener San Juan Bautista.

Mirador de San Bartolomé – Aussichtspunkt mit der gleichnamigen Kirche – Blick auf die majestätische Schlucht von La Galga und der sie überspannenden Brücke.

Casa Luján – Traditionelles kanarisches Gehöft aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Vor einigen Jahren renoviert. Hier befindet sich die Reservierungszentrale des Agro-Tourismus, ein ethnographisches Museum und eine Verkaufsstelle für Kunsthandwerk und andere kanarische Produkte.

Bila – Bibliotheca international en lengua alemana. Einzigartig auf den Kanaren: Eine umfangreiche deutsche Bibliothek im alten Ortskern in einem schmuck renovierten palmerischen Häuschen.

San Andrés y Sauces

Zwischen Barlovento und Puntallana, mit den Schluchten von La Herradura und La Galga als Grenzen, liegt die Gesamtgemeinde San Andrés y Sauces. Sie zählt 5.000 Einwohner auf einer Fläche von 43 km². Auch hier ist der Haupterwerb die Landwirtschaft, die auf den fruchtbaren Böden wegen des Wasserreichtum gute Erträge liefert. Wasser garantieren einerseits die Wolken, die der beständige, meist aus nordöstlicher Richtung wehende Passat vor sich hertreibt. Diese Niederschläge speisen auch die Quellen von Marcos und Corderos und lassen die urweltlichen Lorbeerwälder mit ihren Riesenfarnen und Lianen vor Grün überquellen.

Los Sauces verdankt seinen Namen der kanarischen Weide. Hier wurden schon im 16. Jahrhundert von den Konquistadoren die ersten Zuckerrohrplantagen angelegt, von denen sich bis heute Reste erhalten haben. Aus dem Zuckerrohr wird in geringem Umfang miel de cana, eine Art Sirup gewonnen und in kleinen Mengen auch Rum destilliert. Wie überall auf La Palma wurde der Zuckerrohr- und später der Tabakanbau durch den Bananenanbau abgelöst.

Unterhalb des geschäftigen, städtischen Los Sauces mit seiner Kirche Montserrat, liegt fast an der Ostküste die ältere, malerisch verträumte Ortschaft San Andrés. Die alte Siedlung erhielt bereits wenige Jahre nach der spanischen Eroberung die Stadtrechte und war lange Zeit das administrative Zentrum im Nordosten, bis sie von dem aufstrebenden Los Sauces überflügelt wurde. Seine zauberhafte Atmosphäre hat sich der Ort bis heute erhalten. Eine historisch interessante Altstadt im Kolonialstil, die Plaza mit der im Jahre 1515 zu Ehren des Schutzheiligen San Andres Apostol erbauten Kirche, die landschaftliche Harmonie und seine unmittelbare Nähe zum Meer, machen San Andrés zu einem der beliebtesten Ziele der Insel.

Sehenswürdigkeiten

Kirchen Los Sauces und San Andrés – Kunstvolle kanarische Mudéjardecken, Heiligenbilder und flämische Schnitzereien.

Biosphärenreservat Los Tilos – Das 1983 von der UNESCO zum Naturschutzgebiet erklärte Reservat im Barranco del Agua ist eine gewaltigen Schlucht, die mit ihrer üppigen subtropischen Fauna zu den Naturwundern La Palmas zählt. Im Reservat finden sich die größten noch erhaltenen Lorbeerwälder der Kanarischen Inseln. Wegen dieser reichhaltigen Flora und Fauna ein Muss für alle Naturfreunde.

Marcos y Cordero – Die wichtigsten Quellen La Palmas, die auf einer Höhe von 1.350 m an einem der schönsten Plätze der Insel aus dem Fels fließen und nach ihren Entdeckern, zwei katalanischen Kolonisten, benannt wurden.

Charco Azul – Meerenschwimmbecken zwischen dem kleinen Hafen Puerto Espindola und San Andres an einer wilden Felsküste gelegen. Restaurant, Duschen und Umkleidekabinen sind vorhanden.

Barlovento

liegt 38 km nördlich von Santa Cruz im äußersten Nordosten La Palmas in fast 600 m Höhe. Bekannt für kühle, wolkenverhangene und feuchte Wintermonate leben die Menschen auf der Hochebene von Barlovento von Land- und Forstwirtschaft und in bescheidenem Umfang auch von der Viehzucht. Der ruhige, großzügig angelegte Ort mit seinen weit auseinander stehenden Häusern beiderseits der Durchgangsstraße nach Garafia, liegt direkt im Einflussbereich des feuchten Nordostpassats und sorgt für die größte Niederschlagsmenge der gesamten Insel mit durchschnittlich 800 mm pro Jahr. Das gebirgige und waldreiche Gemeindegebiet verfügt deshalb über große Wasserreserven, die den Anbau von Kartoffeln, Avocados, Zitrusfrüchten und natürlich Bananen ermöglichen.

Sehenswürdigkeiten

Virgen del Rosario – Ende des 16. Jahrhunderts erbaute und historisch interessante Pfarrkirche, eine der größten Landkirchen der Insel.

Piscina La Fajana – Ein in Lavastein gebautes Naturschwimmbecken nördlich des alten Leuchtturms Punta Cumplida – Großzügiger angelegt als Charco Azul, ist es die einzige Bademöglichkeit im äußersten Norden, die alle notwendigen Einrichtungen sowie Restaurant, Übernachtungsmöglichkeiten und auch Zeltplatz anbietet.

Lagune von Barlovento – Im einem der alten Vulkankegel in La Laguna hat die Gemeinde Anfang der 90-iger Jahre ein Wasserreservoir mit einem Fassungsvermögen von 5 Mio Kubikmeter angelegt, in dessen unmittelbarer Nähe ein Freizeitgelände mit Camping-, Grill- und Spielplatz eingerichtet wurde.

Las Mimbreras – Zentrum des Handwerks der Korbflechterei.

Eine Antwort zu „Der Nordosten“

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